Das e-Rezept kommt - wir sind vorbereitet!

Das e-Rezept – auch Online-Rezept oder digitales Rezept genannt – ist eine digitale Form der Datenübertragung zwischen Arzt und Apotheke. Das e-Rezept hat sich bereits in 13 europäischen Ländern etabliert und ist damit schon weit über den Status eines Pilotprojekts – wie es in Deutschland derzeit noch der Fall ist – hinaus. Hier ist die Technologie, die durch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aktiv gefördert wird, noch nicht marktreif.

Die Digitalisierung kommt also auch im Gesundheitswesen an, wenn auch gemächlich. Nach der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sind nun die Rezepte für Arzneimittel an der Reihe. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dazu regelt das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), das am 1. Juli 2019 beschlossen wurde. Ab diesem Datum haben die Selbstverwaltungen der beteiligten Akteure sieben Monate Zeit bis zur Umsetzung. Daraus ergibt sich, dass bis zum 1. Februar 2020 das e-Rezept eingeführt werden soll.

Erste Erfahrungen mit dem e-Rezept sammeln die Beteiligten bereits in Hamburg. Dort wird momentan ein Versuch durchgeführt, der wie folgt aussieht: Der Arzt verordnet Medikamente und erstellt auf seinem Computer einen individuellen QR-Code. Mittels einer sicheren und datenschutzkonformen Übermittlung wird das digitale Rezept an das Smartphone des Patienten geschickt, der das Rezept einlösen kann, wo er will. In jeder Apotheke wird der Code eingescannt, das Rezept somit freigeschaltet und der Patient erhält seine Medikamente. Benötigt der Patient zum Beispiel ein Folgerezept für ein Bluthochdruckmittel, einen Asthmaspray, ein Produkt gegen Diabetes oder ähnliches, kann er sich in Zukunft den Gang in die Arzt-Praxis sparen, da die Übermittlung auch aus der Entfernung erfolgen kann. Wer kein Smartphone hat, bekommt sein Rezept wie gewohnt bis auf weiteres erst einmal in Papierform.

Der Gesetzgeber sieht im e-Rezept einen zentralen Erfolgsfaktor für die Telemedizin, der Ärzten und Patienten Wartezeiten und Wege erspart, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Bis es jedoch zu einer völligen Umsetzung dieses Gesetzes in die Praxis kommt, müssen folgende Bedingungen erfolgt sein: Der Patient muss jederzeit und überall Herr seiner Daten bleiben. Für ihn muss auch weiterhin eine freie Apothekenwahl ohne Beeinflussung durch Arzt, gesetzliche Krankenkassen oder andere Interessenten am Rezeptmarkt bestehen. Jeder Patient sollte sein e-Rezept möglichst einfach handhaben, anschauen sowie einlösen können.

Sobald das e-Rezept eingeführt ist, sollen die Beteiligten dafür sorgen, dass jede digitale Verordnung in jede teilnehmende Apotheke vor Ort geleitet werden kann. Dort sind Mitarbeiter, die beraten, informieren und aufklären. Ein besonderer Vorteil: Auf Wunsch bringt ein Botendienst der Apotheke das Bestellte in kurzer Zeit zum Kunden nach Hause.

Auch die Krankenkassen werden durch geringeren Aufwand bei der Abrechnung von Rezepten Zeit und Geld sparen. Diese Einsparungen könnten so zu einer finanziellen Entlastung ihrer Versicherten führen.

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